Mag. Anna Kneidinger: „Die KFZ-Branche hat mich nicht geschreckt!“

Chefin von fünf Autohäusern und mehr als 180 Mitarbeitern: Mag. Anna Kneidinger. Foto: Peter Echt
Mit Mag. Anna Kneidinger stellen wir im zweiten Teil unserer Serie über erfolgreiche regionale Unternehmerinnen eine Firmenchefin vor, die sich in einem eigentlich von Männern dominierten Bereich bestens behauptet: „Die KFZ-Branche hat mich nicht geschreckt“, sagt die Chefin von fünf Autohäusern mit mehr als 180 Mitarbeitern.

Den entspannten Zugang zum Autogeschäft verdankt Anna Kneidinger – sie führt den Betrieb gemeinsam mit ihrer Schwester Maria – dabei vor allem ihren Eltern. „Diese haben mir bzw. uns immer vertraut und uns den Rücken gestärkt. Der Schritt in das Unternehmertum war damit sozusagen vorgezeichnet“, sagt die in St. Martin im Mühlkreis lebende Firmenchefin. Nach dem Abschluss ihres Wirtschafts-Studiums zuerst in einem großen Konzern tätig, übernahm sie im Jahr 2012 die Geschäftsführung der Kneidinger Autohäuser und seit 2015 ist sie für die Betriebe in Rohrbach, Linz, Lembach, Neundling und die im Vorjahr eröffnete Niederlassung in Ottensheim zuständig.

Positive Rückmeldungen

Dass eine Frau an der Spitze eines so großen KFZ-Betriebes steht, beeindruckt viele Kunden. „Die Rückmeldungen sind sehr positiv – und manchmal ist es durchaus auch von Vorteil, eine Frau zu sein“ meint Anna Kneidinger. Weibliche Zugänge zu manch komplexen Themen stünden hier ebenso im Fokus wie eine andere Führungskultur: „Unternehmen mit einem höheren Frauenanteil bzw. gelebter Diversität sind im Umgang mit den Kunden, aber auch gegenüber den Mitarbeitern in einer deutlich besseren Position“ ist die Autohaus-Chefin überzeugt. Dabei falle ihr – so Kneidinger – „kein Zacken aus Krone“, wenn sie in technischen Dingen den Männern den Vortritt lasse: „Ein Großteil unserer KFZ-Techniker ist männlich. Das ist aus einer gewissen Tradition heraus so. Ein Wandel findet statt, aktuell sind vier unserer 25 KFZ-Techniker-Lehrlinge weiblich.“

Kinderbetreuung als Herausforderung

Privat ist die Unternehmerin Mutter von zwei Kindern im Alter von 5 und 7 Jahren – und hat so wie fast alle berufstätigen Mütter alle Hände voll zu tun, um die Betreuung ihrer Sprößlinge gut zu organisieren. „Das ist mitunter eine echte Herausforderung. Aber mit Unterstützung des Partners, einem familiären Netzwerk und den entsprechenden Kinderbetreuungseinrichtungen ist es schon hinzubekommen“, erzählt Anna Kneidinger. Wobei die Selbstständigkeit hier mitunter ihre Vorzüge habe. „Natürlich kann man nicht immer weg. Aber man ist schon deutlich flexibler als in einem klassischen Angestelltenverhältnis“, sagt die Unternehmerin.

Diese würde ihren beruflichen Weg sofort wieder so gehen – und gibt potenziellen Neueinsteigerinnen aus ihrer Erfahrung mit, sich „Verbündete“ zu suchen. „Die Probleme, die Betriebsübernehmerinnen oder Neugründerinnen haben, sind in vielen Bereichen ident. Sich darüber austauschen zu können, hilft enorm. Ich möchte hier meine Zeit bei der Jungen Wirtschaft nicht missen, diese war für mich ganz wichtig“ betont die Autohaus-Chefin.